Da gibt es einen seltsamen Ort in mir, dort, wo das Wort Selbst etwas aufzeigen will. Jener Ort der Stille und Ruhe, wo ich mit mir bin und Ausschau halte nach dem Selbst. Ein Ort tief im Herzen, der frei ist von Banden an die Außenwelt, ein Ort, an dem Alleinsein sich richtig anfühlt, keine Erwartungen sind dort aktiv, andere Menschen sind zwar in der Erinnerung oder in Gedanken durchaus präsent, jedoch haben sie keinen Einfluss. Jener Ort, an dem…
Ich bin für eine kurze Zeit wieder in Europa, und ich sehe eine Geschäftigkeit, eine Energie des ständigen Tuns. Arbeiten, Diskutieren, Aufräumen, Besorgungen machen, Verpflichtungen nachgehen, Organisieren, Optimieren, Darstellen, Hinterfragen, Austauschen. Ständig wird etwas getan. Etwas zu tun scheint wichtig zu sein, nichts zu tun scheint unproduktiv und bedarf einer Rechtfertigung. Nicht produktiv zu sein hat aber viele wichtige Qualitäten, so ist Nicht-Handeln manchmal eine Form des Widerstands, oder die stille Einkehr kann als innere Arbeit verstanden werden, eine Arbeit,…
Bewegung statt Verwurzelung Ich fragte mich neulich, ob ich eigentlich wirklich geerdet sein möchte. Bin ich ein Baum, der seine Wurzeln in die Erde schlägt und sich nicht bewegt, sondern wächst in der Umgebung, in der der Samen einst spross? Oder möchte ich gar ein Fels in der Brandung sein, der sich umspülen lässt vom Wasser, über Jahrtausende etwas nachgibt und sich im Sand verliert?Meine Vorstellung von menschlicher Existenz ist eigentlich eine andere, eher die der Bewegung, des Erkundens und…
When I began reading the Upanishads, I realized that the inner path I had embarked upon was leading me into an extraordinarily beautiful inner landscape. Discovering that this inner landscape is connected to cosmic consciousness made me aware of the important work I must undertake—what people often call “inner work.” As I committed myself to this inner work, I focused on how I was feeling, who I am, and what I must face. What are my shadows? My insecurities? My…
The spider brings forth its own web. This image from the Upanishad invites deep meditation on how nature brings out a thread that it forms into a complex symmetry. Looking at the spider, the thread, and the web—its function and the source of the complex pattern—we have an image that invites deep speculation about mantra, tantra, and yantra, about art and knowledge, about creation and information. The 5th lecture explores art and scientific visualizations of sacred symmetry in a field…
Spiel – Fehltritt Im Westen dachte ich früher, dass Spielen mit Spielen im Sinne von Games zu tun hat und Games mit Regeln. Ein Spiel zu spielen bedeutet, in einen Raum einzutreten, der durch Regeln eingeschränkt ist, und der Spieler kann innerhalb dieser Parameter Strategien entwickeln, um gemäß den Regeln zu handeln, mit dem Ziel zu gewinnen. Es gibt die größere Spieltheorie, die auf die Soziologie und andere Felder angewendet wurde, und es gibt Computersimulationen, die Hypothesen auf der Grundlage…
Es ist Vollmond in Indien. Zeit für Selbstreflexion, Meditation und innere Einkehr. Ich habe eigentlich noch nie wirklich über den Tod nachgedacht. Er war für mich immer eine Grenze, das, was unsere Existenz negativ definiert. Die Endlichkeit wirft uns auf uns selbst zurück, so dachte ich. Ich stimmte hier ein wenig mit Heidegger überein. Etwas jenseits des Todes zu denken, schien mir immer willkürlich, naiv, romantisch, eskapistisch und leichtgläubig… Nur in der existenziellen Reflexion schien er mir sinnvoll. Die Toten…
Gestern habe ich während einer Paneldiskussion auf der India Art Fair jemanden Platon zitieren hören. Sie sagte, Platon sagte, Kunst sei die Reflexion der Reflexion des Realen. Ob das in dieser Verkürzung so stimmt, sei mal dahingestellt. Es ist ein interessanter Gedanke. Was ist das Reale, was eine Reflexion, was Kunst? Für Platon gibt es ja die Welt der Ideen, die Welt der Schatten, die der Unwissende in der Höhle als wahr wahrnimmt, und den Philosophen, der ihn da herausführen…