Bewegung statt Verwurzelung Ich fragte mich neulich, ob ich eigentlich wirklich geerdet sein möchte. Bin ich ein Baum, der seine Wurzeln in die Erde schlägt und sich nicht bewegt, sondern wächst in der Umgebung, in der der Samen einst spross? Oder möchte ich gar ein Fels in der Brandung sein, der sich umspülen lässt vom Wasser, über Jahrtausende etwas nachgibt und sich im Sand verliert?Meine Vorstellung von menschlicher Existenz ist eigentlich eine andere, eher die der Bewegung, des Erkundens und…
Ein Koan also. Ich hörte schon oft davon, jene mysteriösen Rätsel des Zen, die den Geist herausführen aus dem rein Rationalen und neue Formen der Einsicht eröffnen sollen. Ich beschloss, nicht viel darüber zu lesen und auch nicht andere danach zu fragen. Ich wollte eins von einem Zen-Meister bekommen. Während Doksan fragte er mich ein paar Dinge über mich. Wir schlossen die Augen, er lächelte und sagte, ich solle mir einen Wald vorstellen, in dem ein kleiner Bach fließt. Wenn…
Die Solitude Farm in Auroville, ist ein ‚food forest‘. Dies ist einer der wenigen englischen Begriffe, die sich im Deutschen schlecht durch ein Kompositum ausdrücken lässt (Esswald?). Wir haben so etwas nicht, und können darüber auch schlecht nachdenken. Eine Obstwiese, die wir mit anderen essbaren Jahrespflanzen und kurzlebigeren Pflanzen so weit verwildern lassen würden, bis wir einen dichten Dschungel aus lauter essbaren Pflanzen haben … Dafür suche ich ein Wort. Es ist das Gegenteil einer ‚food desert‘, auch dafür haben…
Auroville wurde 1968 von Mirra Alfasse gegründet. Der Architekt Roger Anger entwickelte den Stadtplan dazu. Er ist an einen kosmischen Spiralnebel angelehnt. Das Land, das Auroville zur Verfügung gestellt wurde, war ein trockenes Plateau. Seit den ersten Jahren wurde ein Wald gepflanzt. Es gibt eine schöne, langsame Dokumentation darüber (Ever Slow Green (2020) – S.O.S. aus Auroville (jetzt), 2021.) Nun habe ich die erste Nacht in diesem Wald geschlafen. Das Auroville Center Guest House ist ein magischer Ort. Es gibt…
Der Wald ist ein wundervolles Habitat. Neulich hörte ich eine kleine Geschichte von einem Mann, der, immer wenn er den Wald betrat, eine Melodie pfiff. Die Tiere erkannten ihn nach einiger Zeit daran und akzeptierten seine Anwesenheit. Sie liefen nicht mehr weg, grüßten manchmal sogar. Wir sehen den Wald meist gar nicht wie er ist, weil wir ihn oft stören. Heute war ich im Wald. Statt wie sonst spazieren zu gehen, habe ich ein wenig meditiert, und dann einen kleinen…