Seit einigen Wochen lebe ich mit einer neurotischen Hündin zusammen. Sie bellte sehr viel, solange sie mich noch als Fremden wahrnahm. Sie hielt Abstand, war verängstigt. Nach einigen Wochen hat sie mich akzeptiert, nähert sich und will gestreichelt werden. Nun liegt sie vor meiner Tür und hält Wache; sie beschützt mich. Was ist passiert? Ich habe meine Einstellung zu ihr nicht verändert. Ich habe wenig Bezug zu Hunden und schenke ihr auch wenig Beachtung. Ich bin relativ indifferent. Bei ihr…
Das Wort „werden“ im Deutschen hat eine kausale Bedeutung, während „becoming“ im Englischen für die Entwicklung eines Prozesses steht. Unterschiede erkennen ist wichtig, besonders im postmodernen Denken. Gilles Deleuze beschreibt, wie Empfindungen in einer Reflexion vereint werden, ähnlich einem fernen Licht. In der Welt des „werdens“ geht es um Bewusstsein, Sinneseindrücke und Veränderung.
Viele meiner Freunde haben einen starken Willen, sie sind kreativ, gestalten, machen, agieren, tun… Sie konfrontieren die Welt mit ihrem eigenen Willen und fügen sich selbst hinzu oder weigern sich, sie zu akzeptieren, wie sie ist. Das erzeugt Kreativität, Veränderung. Es ist die Kraft Shaktis, die kreative Energie des Universums. Ich bin anders, ich beobachte, versuche die Welt so zu verstehen, wie sie ist. Ich möchte sie nicht ändern, auch wenn ich viel Leid und Ungerechtigkeit sehe, ich beobachte, höre…
Das Grundproblem der Philosophie liegt in der Wahrnehmung der Welt und den Fragen, die sich daraus ergeben. Die Wissenschaften und Religionen bieten unterschiedliche Ansätze. OM
In diesem Text wird das Missverständnis über Kunst aufgeklärt, dass sie eine Repräsentation sein soll. Kunst ist keine Kommunikation, sondern eine einzigartige Erfahrung.
Die Solitude Farm in Auroville, ist ein ‚food forest‘. Dies ist einer der wenigen englischen Begriffe, die sich im Deutschen schlecht durch ein Kompositum ausdrücken lässt (Esswald?). Wir haben so etwas nicht, und können darüber auch schlecht nachdenken. Eine Obstwiese, die wir mit anderen essbaren Jahrespflanzen und kurzlebigeren Pflanzen so weit verwildern lassen würden, bis wir einen dichten Dschungel aus lauter essbaren Pflanzen haben … Dafür suche ich ein Wort. Es ist das Gegenteil einer ‚food desert‘, auch dafür haben…
Meine Wahrnehmung ändert sich, wenn ich in Indien ankomme. Der Geruch, die Geräusche, die Langsamkeit, die Intuition, die Akzeptanz, Hoffnung sind wunderbare Dinge, die ich sehe. Andere sehen vielleicht Gestank, Lärm, Ineffizienz, Irrationalität und Schicksalsergebenheit, Verzweiflung. Ich denke, es ist dieser andere Blick, der es mir erlaubt, mich in Indien wohlzufühlen. Ich habe also ganz wundervolle Erfahrungen gemacht. So habe ich gelernt, dass verschiedene Menschen auf die gleichen Dinge unterschiedliche Sichtweisen haben. Gelernt habe ich, indem ich von A nach…