Schlagwort: Wahrnehmung

Tattvas

Vor meiner Tür ist ein weicher roter Sandboden. Er wird mehrmals die Woche mit einem Bündel von Palmenblättern gefegt und sieht wunderschön aus. Ich denke immer noch über den gleichen Tempel in Irumbai nach. Seine Geschichte wird immer komplexer, und so tauche ich nun in die Tantraphilosophie ein. Dazu besuchte ich vor einigen Monaten einen Workshop. Wir lernten eine kleine Meditationsübung, die ich heute wieder ausprobierte: Wähle zwei Objekte und schaue sie abwechselnd an, wobei du den Namen des Objektes…

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Strom des Lebens

Langsam und in großen Intervallen lese ich immer wieder Sri Aurobindo. Warum nicht viel und schnell, alles aufsaugen und endlich Ordnung in meine Gedankenwelt bringen, die ausbrechen möchte aus den Folgen eines rationalen Monotheismus? Warum gebe ich meinem Intellekt nicht die Freiheit, Konzentration, Ruhe und Kraft, sich auf eines der größten Abenteuer des Lebens einzulassen? Als Student bin ich einmal sehr naiv im Rhein schwimmen gegangen, irgendwo vor Basel, wo das Wasser klar und kalt, schnell und breit grüne Berglandschaften…

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Das Buch des Lebens

Schicksal, Karma, Kausalität, Naturgesetze, Determinismus – all dies sind verschiedene Ausdrücke einer Vorstellung, dass das Universum einer vorhersehbaren Logik folgt. Sie implizieren, dass das Geschehene folgerichtig aus dem Vorausgegangenen entstanden ist und dass das Jetzt ebenso durch das Vorherige bestimmt ist. Diese Logik halten wir für vernünftig und rational, logisch richtig. Wenn wir jedoch annehmen, dass die Zukunft ebenso durch das Jetzt und die Vergangenheit bestimmt ist, so tun wir dies ab als Aberglaube, Irrationalität, Unwissenschaftlichkeit. Wir sträuben uns dagegen…

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Kontemplation und Intuition

Wenn der rationale Geist durch die Welten des Wissens streift, die Bibliothek durchwühlt oder nach den kausalen Gesetzen des Universums sucht, ist das eine akribische Arbeit des Aufbaus von Wissenssystemen. Diese Systeme haben zunächst wenig mit der Erfahrungswelt oder gar der inneren Welt gemeinsam. Erst durch Kontemplation hält der Geist inne und betrachtet die systematisierte, abstrakte Repräsentation als ein Bild der Welt, als Weltbild. Es ist die Intuition, die dieses Bild in einer tieferen Realität verankert. Wann können wir sagen,…

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Das Reale

Gestern habe ich während einer Paneldiskussion auf der India Art Fair jemanden Platon zitieren hören. Sie sagte, Platon sagte, Kunst sei die Reflexion der Reflexion des Realen. Ob das in dieser Verkürzung so stimmt, sei mal dahingestellt. Es ist ein interessanter Gedanke. Was ist das Reale, was eine Reflexion, was Kunst? Für Platon gibt es ja die Welt der Ideen, die Welt der Schatten, die der Unwissende in der Höhle als wahr wahrnimmt, und den Philosophen, der ihn da herausführen…

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Am Anfang war das Wort

Gestern hatte ich ein langes Gespräch über den Ursprung des Denkens. Was kommt zuerst, die Worte oder die Gedanken. Es gibt natürlich ganz unterschiedliche Formen des Denkens. Ein visuelles, musikalisches, analytisches, synthetisches, performatives Denken etc… Es gibt ein Denken auf der Ebene der Intuition, es gibt ein Denken in der Erinnerung, es gibt die Vision und Eingebung. Es gibt so viele Arten des Denkens. Was ist Denken? Wer denkt beim Denken? Wie unterscheidet es sich von Bewusstsein? Vieles innerhalb meines…

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Der Prozess des Werdens in Deleuzes Denken: Empfindungen, Sinneseindrücke und Reflexion

Das Wort „werden“ im Deutschen hat eine kausale Bedeutung, während „becoming“ im Englischen für die Entwicklung eines Prozesses steht. Unterschiede erkennen ist wichtig, besonders im postmodernen Denken. Gilles Deleuze beschreibt, wie Empfindungen in einer Reflexion vereint werden, ähnlich einem fernen Licht. In der Welt des „werdens“ geht es um Bewusstsein, Sinneseindrücke und Veränderung.

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