Kategorie: Indische Philosophie und Praxis

Texte zu Upanischaden, Meditation, Yoga, Mantras, Brahman, Aurobindo und spiritueller Praxis in Indien.

Blüte

Center guest house

In vielen Filmen kommen gute Hotels vor, die zentral gelegen sind und wo die politische, intellektuelle und wirtschaftliche Elite sich trifft. Ich habe das immer als etwas sehr Elitäres, Koloniales und Machthungriges wahrgenommen. Was mir in den Filmen entgangen ist, und wahrscheinlich auch selten dort Thema war, ist die Vernetzung, die an solchen Orten stattfindet. Nun ist das Center Guesthouse in Auroville kaum zu vergleichen mit einem Luxushotel in einer Metropole, wenngleich es ein sehr schöner Ort ist, der einlädt,…

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Ankommen in Auroville

Meine Wahrnehmung ändert sich, wenn ich in Indien ankomme. Der Geruch, die Geräusche, die Langsamkeit, die Intuition, die Akzeptanz, Hoffnung sind wunderbare Dinge, die ich sehe. Andere sehen vielleicht Gestank, Lärm, Ineffizienz, Irrationalität und Schicksalsergebenheit, Verzweiflung. Ich denke, es ist dieser andere Blick, der es mir erlaubt, mich in Indien wohlzufühlen. Ich habe also ganz wundervolle Erfahrungen gemacht. So habe ich gelernt, dass verschiedene Menschen auf die gleichen Dinge unterschiedliche Sichtweisen haben. Gelernt habe ich, indem ich von A nach…

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Packen

Was soll ich nach Indien mitnehmen? Ich möchte ein anderes Leben leben, in einer anderen Gesellschaft, mit anderen Vorstellungen und Zielen. Es ist warm dort, das Leben wird einfach sein. Außer den Basics wie ein paar Kleidungsstücken brauche ich meine technischen Geräte wie Laptop, Handy, Kamera. Und sonst? Eine gute Taschenlampe, denn die Feldwege dort sind nicht beleuchtet. Und Bücher… Es wird auch dort eine Reihe von Bibliotheken geben. Zum ‚Vergnügen‘ habe ich ja seit sehr langer Zeit nicht mehr…

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Wissen

Es gab eine Zeit in Europa, in der man davon sprach, dass es Universalgelehrte gab. In Deutschland wäre das Alexander von Humboldt, oder Goethe, in Frankreich ein Aufklärer, in Italien der Renaissance-Mann Leonardo da Vinci. In der Antike Aristoteles, sicherlich gibt es in vielen Kulturen und Epochen weise Menschen, von denen die Geschichte erzählt, sie hätten alles gewusst, was man seinerzeit hätte wissen können. Das ist natürlich Quatsch. Dieses Narrativ bedient aber eine Sehnsucht. Wir wollen alles wissen, haben aber…

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Ereignishorizont

Schwarze Löcher geben uns Rätsel auf. Ich bin kein Kosmologe und beschäftige mich mit einem philosophischen Interesse populärwissenschaftlich mit schwarzen Löchern. Sie markieren eine Grenze unserer Vorstellungskraft. Die Gravitationskraft beeinflusst Raum und Zeit, sagt die Wissenschaft. Konzentriert auf einen Punkt verdichtet sie Materie auf ihre reine Substanz, quetscht Atomkerne und Elektronen zusammen zu einer Masse (Atome bestehen ja zum Wesentlichen aus Leere). Diese Masse zieht mit ihrer unglaublichen Gravitationskraft alles an und biegt und verzerrt Raum und Zeit. Das schwarze…

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An einer Utopie arbeiten

Es ist nun definitiv Zeit, umzudenken. Was unsere Väter und Großväter als Fortschritt bezeichneten, zerstört unseren Planeten. Wissenschaft ist kein Selbstzweck, nicht alles, was technisch machbar ist, ist gut, nicht alles, was Spaß macht und unsere Sinne befriedigt, ist sinnvoll. Jetzt hören wir von vielen Seiten immer wieder, uns auf die kleinen Schritte vor uns zu konzentrieren, nur so kämen wir gemeinsam voran. Dies mag gelegentlich auch richtig sein, lenkt aber vom Wesentlichen ab. Wo wollen wir eigentlich hin? Macht…

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Heimat

Ich habe im letzten Jahr an einem Zen-Meditationskreis teilgenommen. Weniger, weil ich mich als Zen-Buddhist verstehe, sondern weil ich die stille Gemeinschaft gesucht habe, um meiner Praxis nachzugehen. Während des Dokusan habe ich mich darauf eingelassen, meinen Fragen aktiv nachzuspüren. Ich habe viel aufgegeben und hinter mir gelassen. Das war überraschend leicht. Der ‚Lehrer‘ machte mich darauf aufmerksam, dass die Heimatlosigkeit, die ich praktisch aktiv einleite, auch ein spiritueller Zustand sei. Das war befreiend. Anstatt sein Selbst an eine Identität…

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Wachstumsschmerzen

Ein intensiver Monat endet. Umzug, räumliche Trennung, Freunde, die sich trennen, die Liebe von Patenkindern, neue Freundschaften, Sehnsüchte, Warten… Ich könnte ein Drehbuch schreiben über die letzten Wochen in der Provence. Jeder Tag gefüllt von Schmerz, Mitgefühl und Liebe – kollektiv in verschiedenen Konstellationen. Ich möchte aber nicht diese kleinen Geschichten erzählen, obgleich Marcel Pagnol vielleicht seine Freude daran gehabt hätte. Was mich beschäftigt, ist die Frage nach dem Schmerz. Leben ist Leiden, sagen Buddhisten – sehr verkürzt. Das Wollen…

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