Kategorie: Indische Philosophie und Praxis

Texte zu Upanischaden, Meditation, Yoga, Mantras, Brahman, Aurobindo und spiritueller Praxis in Indien.

Imagination

In der Kena Upanischade wird beschrieben, wie das Selbst als solches nicht existiert. Wer sieht im Sehen, wer hört im Hören? Dies ist nicht beantwortbar. In der christlichen Tradition ist hierzu ein Selbst konstruiert worden. Ich sehe, ich höre, cogito ergo sum, imago ergo sum…. Was soll das sein, dieses cogito (Ich denke), das imago (ich stelle mir vor)? Jenes Ich, das Identität stiftet, Verantwortung besitzt, handelt und interagiert. Dass sich das Denken, wenn es sich seiner bewusst ist, einen…

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Marx

Über so viele Jahre habe ich über Marx nachgedacht. Wer hat das nicht? Die Idee einer gleichen und solidarischen Gemeinschaft, frei von ideologischem Überbau, oder irrationalen Irrlichtern. Eine Welt, die nur die Materie kennt, und in dieser eine wissenschaftliche, fortschrittliche Bewegung sieht. Ihr Ziel? Eine Welt, in der die Menschheit vollkommen ist, d. h. harmonisch, ohne Neid und Missgunst, solidarisch und gleichberechtigt, ohne Entfremdung und Fremdbestimmung, die alleine die Entfaltung des Individuums innerhalb eines Kollektives ermöglicht. Dieser Traum einer besseren…

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Beichten

Als das Internet der Öffentlichkeit zugänglich wurde, d. h. Mitte der 90er-Jahre, gab es das Phänomen, dass Menschen ihre tiefsten Geheimnisse ins Internet stellten. Die Anonymität, die Einfachheit und die Schnelligkeit waren verführerisch. Die Beichte schnell abgelegt, die Anonymität weitestgehend gewahrt und vielleicht gab es sogar diesen kleinen Nervenkitzel, dass vielleicht jemand, den man kennt, die Geheimnisse liest, ohne zu wissen, wer dahintersteckt. Diese Tele-Beichten waren kathartisch. Heute hat sich das umgekehrt: Alle sollen sehen, was man tut, ohne mitzubekommen,…

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Viele ichs

Heute habe ich ein Zitat von Sri Aurobindo gehört. Er sagte sinngemäß, dass jeder von uns mehrere Ichs hat. Das war mir klar. Seit Jahrzehnten ist das meine Erfahrung, dass die unterschiedlichen Aspekte einer Persönlichkeit viele sind und die Vorstellung einer subjektiven Identität eine Konstruktion ist. Ich sah die Konstruktionsprinzipien immer als ideologisch an, die der Logik von Reisepässen, individueller Verantwortung und Rechtsprechung, aber auch von Schuld und Sühne, der Idee einer Seele im christlichen Kontext etc. dient. Meine Reaktion…

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Foucault sagte, die Seele sei das Gefängnis des Körpers

Sich großen Themen mit kleinen Texten nähern, geht das? Der Mittelmeerraum ist die Geburtsstätte des Monotheismus – Judentum, Christentum, Islam. In Indien ist die Geburtsstätte des Hinduismus. Unzählige Götter werden hier gedacht oder aber die Abwesenheit von Gott, bzw. die Universalität des Göttlichen, je nachdem, welchem der zahlreichen Stränge man folgt. Zwei Prinzipien sind hier jedoch sichtbar: die Maxime der Individualität, die sich auch jenseits des Todes fortsetzt, und der Gedanke, Teil eines viel Größeren zu sein, innerhalb dessen das…

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Technik

Ich bin in dem Land aufgewachsen, in dem die Autos erfunden wurden. Die Straßen und Autos hier scheinen sicher, jedenfalls wird alles dafür getan, dass Sie sicher sind. Der Unfall wird antizipiert, das Risiko kalkuliert, mögliche Kollisionen berechnet und der Schaden durch modulare Bauweise minimiert, so heißt es. Wir wollen auf alles vorbereitet sein, hier. Diese Logik des Absicherns, der Risikokalkulation und Vorbeugung ist es, warum ich dieses Land wieder verlassen möchte. Es gibt keinen Raum für das Unerwartete, dies…

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Reading Deleuze in India

Mnemosyne Atlas Dies ist ein persönlicher Blog. Es geht jedoch zugleich auch um eine Transformation des Bewusstseins. Bewusstsein existiert nicht singulär innerhalb von Menschen. Es existiert nur in Verbindung zu anderem Bewusstsein. Bewusstsein ist kommunikativ. Eine Reise ins Bewusstsein ist daher immer auch mehr als nur eine persönliche Reise. Es ist eine Manifestation. 2016 reiste ich nach Indien. Ich wollte dort Gilles Deleuze lesen. Ich hatte eine Ahnung, dass das dort eine neue Ebene erschließt. Ich lese langsam. Gedanken sind…

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