Schlagwort: Leid

Das Selbst

Ramana, einer der großen Erleuchteten Indiens, lebte in Tiruvannamalai. Im Mittelpunkt seiner Lehre steht der Begriff des Selbst: dessen Leere und gleichzeitig unermessliche Weite. Seine Lehren sind einfach, er folgt keiner langen Tradition von Interpretationen. Er war ein einfacher Mann, der auf dem Berg meditierte und Satsangs abhielt. Als Zeitgenosse von Aurobindo haben die Menschen beiden zugehört und ihre radikal unterschiedlichen Ansätze verglichen. Ich bin gerade in Tiruvannamalai. Ich habe einige Satsangs besucht. Ich hatte eine Frage im Kopf: Wie…

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Strom des Lebens

Langsam und in großen Intervallen lese ich immer wieder Sri Aurobindo. Warum nicht viel und schnell, alles aufsaugen und endlich Ordnung in meine Gedankenwelt bringen, die ausbrechen möchte aus den Folgen eines rationalen Monotheismus? Warum gebe ich meinem Intellekt nicht die Freiheit, Konzentration, Ruhe und Kraft, sich auf eines der größten Abenteuer des Lebens einzulassen? Als Student bin ich einmal sehr naiv im Rhein schwimmen gegangen, irgendwo vor Basel, wo das Wasser klar und kalt, schnell und breit grüne Berglandschaften…

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Der Westen als Fremde

Es ist so wunderschön und auch so traurig in einer Welt zu leben, die den Westen als fremd versteht. Ich nehme diese Perspektive immer mehr ein und verstehe vieles nicht mehr. Die Obsession mit Karriere, Bequemlichkeit, Sicherheit, Wohlstand, Genauigkeit, Richtigkeit, Besserwisserei und Überheblichkeit, Ignoranz und Intoleranz. All das wird mit deutlicher, es wird geradezu evident. Ich war ein paar Tage krank, und wie viele das dann eben so machen, habe auch ich Filme geschaut, nichts Inspirierendes. Serienmüll. Ich habe das…

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Eine Welt des Willens?

Viele meiner Freunde haben einen starken Willen, sie sind kreativ, gestalten, machen, agieren, tun… Sie konfrontieren die Welt mit ihrem eigenen Willen und fügen sich selbst hinzu oder weigern sich, sie zu akzeptieren, wie sie ist. Das erzeugt Kreativität, Veränderung. Es ist die Kraft Shaktis, die kreative Energie des Universums. Ich bin anders, ich beobachte, versuche die Welt so zu verstehen, wie sie ist. Ich möchte sie nicht ändern, auch wenn ich viel Leid und Ungerechtigkeit sehe, ich beobachte, höre…

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Wissen

Es gab eine Zeit in Europa, in der man davon sprach, dass es Universalgelehrte gab. In Deutschland wäre das Alexander von Humboldt, oder Goethe, in Frankreich ein Aufklärer, in Italien der Renaissance-Mann Leonardo da Vinci. In der Antike Aristoteles, sicherlich gibt es in vielen Kulturen und Epochen weise Menschen, von denen die Geschichte erzählt, sie hätten alles gewusst, was man seinerzeit hätte wissen können. Das ist natürlich Quatsch. Dieses Narrativ bedient aber eine Sehnsucht. Wir wollen alles wissen, haben aber…

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