Schlagwort: Deleuze

Strand Tempel Auroville

Diagramme – philosophisch

Ich nähere mich ganz langsam Sanskrit. Donnerstags hält Nishtha ein Seminar zum Rigveda. Das gemeinsame Rezitieren in Sanskrit, die detaillierte Analyse der Übersetzung, die philologischen Überlegungen Nishthas sowie die Ausführungen zur Psychologie der Götter eröffnen einen Zugang zu diesen ‚heiligen‘ Texten. Ich erinnere mich an mein Lateinstudium, die indogermanischen Wurzeln, die Klänge, die in den Ragas widerhallen, die Phonetik als Existenzbekundung, die Sprache als Klang und Vibration, die Kommunikation als Rhythmus. Der Atem des Lebens, Yoga, Vitalität, das Denken in…

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Raga Dagar Auroville

Dhrupad

Es waren vier magische Tage. Das Auroville Film Institute hat eine Residency mit Ustad Bahauddin Dagar vom 7. bis 10. November 2022 organisiert. Stattgefunden hat das in der Bhumika Hall, Bharat Nivas Auroville. Dhrupad – der Film (1983) Ustad Bahauddin Dagar ist Rudraveena Spieler. Seine Familie spielt das Instrument seit 20 Generationen! Sein Vater und Onkel (Zia Mohiyuddin Dagar und Fariduddin Dagar) waren wahre Meister. Es gibt dazu den wundervollen Film Dhrupad von dem indischen Regisseur Mani Kaul. Mani Kaul…

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Paarung

Immanence

Gestern habe ich zwei Tausendfüßler bei der Paarung gesehen. Das war so ziemlich das Faszinierendste, das ich seit sehr langer Zeit gesehen habe. Die Kreaturen haben sich in sich verschlungen, sich gerieben und umgarnt, da war Rhythmus, Hingabe, Verschlingen. Die beiden sind sich zufällig begegnet, und nach ein paar Minuten in unterschiedliche Richtungen weitergezogen. Eine Begegnung. Es waren zwei Lebensformen, die sich vereint haben, um weiteres Leben zu zeugen. A Life – Ein Leben Ich habe heute dann Deleuze’ letzten…

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Lesen

Seit drei Wochen lese ich nun in Indien: Deleuze, Upanischaden, Sri Aurobindo. Zwischendurch meditiere ich manchmal. Der Rest ist noch ein Rest aus dem Alltag aus der Neuen Welt. Nachrichten lesen, Unterhaltungsmedien konsumieren, Dinge organisieren, die hier eigentlich keine Bedeutung haben, aber einer Kontinuität bedürfen, damit sie nicht zerbrechen im alten Europa, und der Neuen Welt. Lesen also… Mir scheint, ich habe mich jahrzehntelang darauf vorbereitet, hier zu lesen. Mein Denken oszilliert zwischen Deleuze und den Upanischaden. Diese Weisheit in…

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Zusammenhang

Schopenhauer, der ein großer Bewunderer der Upanischaden war, schrieb ein kleines Buch „Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde“ (1847). Er identifiziert 4 Formen der Kausalität, z. B. kleine Ursache – große Wirkung, oder große Ursache – kleine Wirkung etc… Mich hat das fasziniert, weil es ein breiteres Verständnis bietet als das rein naturwissenschaftliche Modell, das letztlich immer dem Energieerhaltungssatz folgt. Wenn z. B. jemand einen Krieg erklärt, so ist das ein relativ einfacher Akt (kleine Ursache) und…

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Begegnung

Seit einiger Zeit warte ich. Eigentlich warte ich gerne. Warten ist ein Raum und eine Zeit, in der es nichts anderes zu tun gibt, als darauf zu warten, dass die Zeit vergeht. In der Regel kann man nicht viel anderes machen außer lesen oder sich unterhalten, oder nachdenken. Wartezeiten sind für mich daher immer Freiräume. Am liebsten warte ich z. B. in Bürgerzentren, hier sind alle Menschen gleich. Gemeinsam mit anderen bin ich in einem Raum, in dem es nichts…

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Kinematograf – Bilder des Denkens

Während der Meditation schaue ich oft meinem Denken zu, lasse die Gedanken kommen und gehen und versuche, das Denken zu entschleunigen. Gedanken kommen und gehen, und oft verstehe ich nicht, woher sie kommen, und warum sie irgendwann von einem ganz anderen Gedanken abgelöst werden. Welche Assoziationskette ist da am Werk? Diese Gedankenketten scheinen zufällig zu sein, angestoßen von Erlebnissen, die noch nachklingen und weiterverarbeitet werden. Mich erinnert das an einen philosophischen Gedanken. Es fängt mit einer Beobachtung von Henri Bergson…

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Wald

Der Wald ist ein wundervolles Habitat. Neulich hörte ich eine kleine Geschichte von einem Mann, der, immer wenn er den Wald betrat, eine Melodie pfiff. Die Tiere erkannten ihn nach einiger Zeit daran und akzeptierten seine Anwesenheit. Sie liefen nicht mehr weg, grüßten manchmal sogar. Wir sehen den Wald meist gar nicht wie er ist, weil wir ihn oft stören. Heute war ich im Wald. Statt wie sonst spazieren zu gehen, habe ich ein wenig meditiert, und dann einen kleinen…

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