Unser Gehirn ist nicht der Sitz unseres Geistes, sondern das Medium, mit dem wir das Geistige erreichen können. Als ich das zum ersten Mal vor vielen Jahren auf einer Konferenz für Medientheorie gehört habe, war ich erstaunt. Meinten die das wirklich ernst? Ist das verrückt oder genial? Es gibt dieses wunderschöne altmodische Wort des ‚Feinstofflichen‘. Unser Körper ist ein Medium, mit dem wir dies erreichen können. Unsere Medientheorien haben in der Regel gemeinsam, dass sie technisch gedacht werden. Es gibt…
Während der Meditation schaue ich oft meinem Denken zu, lasse die Gedanken kommen und gehen und versuche, das Denken zu entschleunigen. Gedanken kommen und gehen, und oft verstehe ich nicht, woher sie kommen, und warum sie irgendwann von einem ganz anderen Gedanken abgelöst werden. Welche Assoziationskette ist da am Werk? Diese Gedankenketten scheinen zufällig zu sein, angestoßen von Erlebnissen, die noch nachklingen und weiterverarbeitet werden. Mich erinnert das an einen philosophischen Gedanken. Es fängt mit einer Beobachtung von Henri Bergson…
Es ist nun definitiv Zeit, umzudenken. Was unsere Väter und Großväter als Fortschritt bezeichneten, zerstört unseren Planeten. Wissenschaft ist kein Selbstzweck, nicht alles, was technisch machbar ist, ist gut, nicht alles, was Spaß macht und unsere Sinne befriedigt, ist sinnvoll. Jetzt hören wir von vielen Seiten immer wieder, uns auf die kleinen Schritte vor uns zu konzentrieren, nur so kämen wir gemeinsam voran. Dies mag gelegentlich auch richtig sein, lenkt aber vom Wesentlichen ab. Wo wollen wir eigentlich hin? Macht…
Ich sitze in einem Café in Frankreich. Um mich herum ein reges Geplapper. Heute Morgen war ich ‚im Internet‘. Wie unterschiedlich diese Erfahrungen sind. Nun lassen sich Birnen schlecht mit Äpfeln vergleichen, und doch tun wir dies oft. Arbeiten im Büro und Homeoffice z. B. sind sich ähnlich, Gemeinschaft suchen auf sozialen Netzen oder im Café z. B., Lesen in der Bibliothek oder Recherchieren im Internet. Das sind Äpfel und Birnen, ähnlich und doch kategorial verschieden. Im Internet sind wir…
Als das Internet der Öffentlichkeit zugänglich wurde, d. h. Mitte der 90er-Jahre, gab es das Phänomen, dass Menschen ihre tiefsten Geheimnisse ins Internet stellten. Die Anonymität, die Einfachheit und die Schnelligkeit waren verführerisch. Die Beichte schnell abgelegt, die Anonymität weitestgehend gewahrt und vielleicht gab es sogar diesen kleinen Nervenkitzel, dass vielleicht jemand, den man kennt, die Geheimnisse liest, ohne zu wissen, wer dahintersteckt. Diese Tele-Beichten waren kathartisch. Heute hat sich das umgekehrt: Alle sollen sehen, was man tut, ohne mitzubekommen,…