{"id":4952,"date":"2024-07-21T05:15:44","date_gmt":"2024-07-20T23:45:44","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=4952"},"modified":"2024-07-21T05:15:44","modified_gmt":"2024-07-20T23:45:44","slug":"psychic-being","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/psychic-being\/","title":{"rendered":"Psychic Being"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe meine Nachtmeditation etwas fr\u00fcher abgebrochen, um in die schreibende Meditation zu wechseln. Mir schien pl\u00f6tzlich einiges klar. Die Notwendigkeit, den eigenen K\u00f6rper auszurichten in der Meditation, die richtige Position zu finden, was f\u00fcr mich hei\u00dft, den Bewegungen, den Ver- und Entspannungen der Muskulatur, des Skeletts, der Wirbels\u00e4ule zu folgen. Dann den Atem zu beobachten, Ein- und Ausatmen, der Wendepunkt des Atems, das Innehalten, um sich selbst zu beobachten, wie die Gedanken anfangen sich zu lockern, aufmerksam ihnen folgen, um zu sehen, wo sie hinwandern. Eine Verbindung herstellen mit der Au\u00dfenwelt und der Innenwelt. Wie weit schweifen die Gedanken? Wo bin ich da jetzt? Ist das real? Welcher Teil von Realit\u00e4t ist das? Die Welt der Mitmenschen, der Welt der Arbeit oder des Interesses, die zwischenmenschliche Welt, die Natur oder der Tagtraum, die Fantasie, Vision, die Welt der Angst und der verpassten M\u00f6glichkeiten, die Welt des Bedauerns und der Hoffnung, die Welt der Kunst und Philosophie, der Musik und Architektur. Dies sind ein paar meiner Welten, andere m\u00f6gen in ganz andere Welten gehen, Lebenswelten, in denen ich mich nicht bewege, all jene Welten, die z. B. in Krimiserien ausgelotet werden.<\/p>\n<p>Es gibt dann also eine Korrelation zwischen dem eigenen K\u00f6rper in der Meditation und der Gedankenwelt, die in der Erinnerung schweift, und der Gedankenwelt, die relativ frei assoziiert und ungelenkt und unbewusst umherspringt. Dieses Zusammenspiel zu sehen und zu realisieren, dass es da eine Verbindung gibt, ist ein erster Schritt hinein in eine tiefere Meditation.<\/p>\n<p>Dieser Prozess der inneren Ausrichtung dient der Positionierung des eigenen Selbst im gr\u00f6\u00dferen Kontext. Ich kann nun auf meine verschiedenen Existenzebenen meditieren: mein materieller K\u00f6rper, mein lebendiger K\u00f6rper, meine Gef\u00fchlswelt, meine Gedankenwelt, meine Welt des Intellekts und die Welt der Spiritualit\u00e4t. Ich kann auf meine einzelnen Sinne meditieren, die \u00e4u\u00dferen und inneren und wie sie zusammenspielen und welche Art von Erfahrungen sie hergebracht haben und wie ich diese Erfahrungen im Ged\u00e4chtnis wieder abrufen kann. Ich kann darauf meditieren, wie diese Erfahrungen verbunden mit W\u00fcnschen und \u00c4ngsten, mit Erwartungen, Zielen und Konventionen, sie zu einem Plan entwickeln \u2013 ein LEBEN. Denn dieses Leben, das ich lebe, ist ja eingebunden in einen Kontext, den Kontext des eigenen K\u00f6rpers, der eigenen Seele, der Lebenswelt und Umwelt.<\/p>\n<p>Diese Ebene des Lebens ist reine Immanenz. Hier flie\u00dft alles zusammen, sie wird gespeist aus dem Bewusstsein, Bewusstsein ist ihr Urquell, es kann nichts anderes sein, nur hier ist Leben erfahrbar. Bewusstsein muss nun aber breit verstanden werden. Es ist nicht mein reaktives, unreflektiertes, gedankenloses Assoziieren und gefangen sein in Mustern, Zw\u00e4ngen, Gewohnheiten, Verlangen und Leiden, sondern es ist Bewusstsein als das, was allen meinen Erfahrungen zugrunde liegt, eine Erfahrung von Bewusstsein als Bewusstsein an sich. Ich habe Bewusstsein, das sich f\u00fcllt mit Inhalten, ich kann mich konzentrieren und lenken, ausrichten und kl\u00e4ren, ich kann mein Bewusstsein leeren und Neues einladen. Bewusstsein ist die Ebene meiner Existenz, wo diese meine Existenz, mein Leben, konstituiert wird. Bewusstsein an sich, wenn es sich individualisiert, erm\u00f6glicht Leben. Dies ist das Geheimnis der Seele, der Relation von Brahman, Purusha, Atman, Prakriti.<\/p>\n<p>Um mich herum sprechen viele von einem psychic being und dar\u00fcber, wie es sich verh\u00e4lt zum G\u00f6ttlichen, zur Seele, zur eigenen Person und Identit\u00e4t. Mir selbst ist als ein philosophischer Begriff Aurobindos nicht ganz klar, ich entwickle aber eine Intuition in der Meditation, was es sein k\u00f6nnte. Es ist jenes Sein, das z. B. in der Meditation auf die eigenen Bedingungen reflektiert und sie individualisiert zusammenh\u00e4lt, das, was meinem Ich zugrunde liegt, das, was erkennt, dass die Erfahrungswelt der \u00e4u\u00dferen Sinne eine Illusion ist, das, was erkennt, dass ein universales Prinzip der Individuation in Form einer Seele oder Atman oder Purusha Bedingung meiner Existenz ist. Jenes Sein also, das durch die verschiedenen Seinsebenen gleitet, sich in den Welten des Yogas bewegt, Zeit und Raum transzendiert und die Schranken von Leben und Tod als durchl\u00e4ssig versteht. Dies scheint mir das psychic being zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe meine Nachtmeditation etwas fr\u00fcher abgebrochen, um in die schreibende Meditation zu wechseln. Mir schien pl\u00f6tzlich einiges klar. Die Notwendigkeit, den eigenen K\u00f6rper auszurichten in der Meditation, die richtige Position zu finden, was f\u00fcr mich hei\u00dft, den Bewegungen, den Ver- und Entspannungen der Muskulatur, des Skeletts, der Wirbels\u00e4ule zu folgen. Dann den Atem zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4953,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":0,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","footnotes":""},"categories":[371,2,374],"tags":[35,16,44,19,40],"class_list":["post-4952","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aurobindo","category-bewusstsein","category-meditation","tag-ich","tag-identitaet","tag-leben","tag-seele","tag-zeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4952","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4952"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4952\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4955,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4952\/revisions\/4955"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}