{"id":4816,"date":"2024-06-05T18:32:43","date_gmt":"2024-06-05T13:02:43","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=4816"},"modified":"2024-07-17T22:13:33","modified_gmt":"2024-07-17T16:43:33","slug":"tattvas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/tattvas\/","title":{"rendered":"Tattvas"},"content":{"rendered":"<p>Vor meiner T\u00fcr ist ein weicher roter Sandboden. Er wird mehrmals die Woche mit einem B\u00fcndel von Palmenbl\u00e4ttern gefegt und sieht wundersch\u00f6n aus. Ich denke immer noch \u00fcber den gleichen Tempel in Irumbai nach. Seine Geschichte wird immer komplexer, und so tauche ich nun in die Tantraphilosophie ein. Dazu besuchte ich vor einigen Monaten einen Workshop. Wir lernten eine kleine Meditations\u00fcbung, die ich heute wieder ausprobierte: W\u00e4hle zwei Objekte und schaue sie abwechselnd an, wobei du den Namen des Objektes denkst. Dann schaue abwechselnd auf die Objekte und denke den jeweiligen Namen des anderen Objektes. Und dann schaue zwischen die Objekte. Ich habe das ein wenig variiert, Regeln sind nicht so meine St\u00e4rke.<\/p>\n<p>Ich bin also vor meiner T\u00fcr zwischen meinem Motorrad und einem Busch hin und her gelaufen. 35 Schritte liegen zwischen ihnen, und wenn ich auf das Motorrad zulief, habe ich \u201eBusch\u201c gedacht, und beim Umkehren, auf den Busch zulaufend, habe ich \u201eMotorrad\u201c gedacht. Was passiert? Zuerst erschien das albern. Okay. Dann habe ich gemerkt, dass ich so nicht denken kann. Auch okay. Dann habe ich gemerkt, dass ich so nicht analytisch sehen kann. Das wurde langsam interessant. Ich konnte, auf das Motorrad zulaufend und \u201eBusch\u201c denkend, nicht analysieren, wie das Motorrad beschaffen ist, z. B. dass es zwei R\u00e4der hat oder blau ist. Wenn ich das getan habe, musste ich den Busch loslassen. Also zur\u00fcck zum Buschdenken und Motorradsehen. Das Motorrad war deutlich sichtbar, aber eben nur als Objekt, so wie es sich mir pr\u00e4sentierte.<\/p>\n<p>Ich frage mich nun nat\u00fcrlich, inwiefern die Sprache das Denken und das Wahrnehmen bestimmt. Passt der Begriff nicht mit der Wahrnehmung zusammen, k\u00f6nnen wir nicht weiterdenken. Schaue ich den Raum dazwischen, ist meiner Fantasie keine Grenze gesetzt. Ich kann dar\u00fcber nachdenken, wo ich so herumgefahren bin und welche B\u00fcsche ich gesehen habe oder an etwas ganz anderes, das mein Geist gerade spannend findet.<\/p>\n<p>Gehe ich dann aber wieder auf das Motorrad zu und denke \u201eMotorrad\u201c, so kann ich meinem analytischen Blick freien Lauf lassen. Mit rasender Geschwindigkeit kann ich R\u00e4der, Rahmen, Farbe, Lenkrad etc. identifizieren, klassifizieren und vergleichen. Was sagt mir das alles? Zuerst einmal lerne ich etwas \u00fcber Sprache, Denken, Wahrnehmung und wie das miteinander verschr\u00e4nkt ist. Dann lerne ich etwas \u00fcber Bewegung im Raum, Laufen, K\u00f6rperlichkeit; ich sp\u00fcre meine F\u00fc\u00dfe und z\u00e4hle die Schritte. Ich merke, dass ich durstig bin, ich h\u00f6re die V\u00f6gel&#8230; und dann realisiere ich, dass die Welt wohl etwas komplexer ist, als sich das mein kleines Hirn so denkt.<\/p>\n<p>Ich werde bewusster (5 Tattvas): mein Bewusstsein, mein Ich, mein Denkverm\u00f6gen, meine Natur,\u00a0 meine sinnliches Denke und dann die \u00e4usseren (5) und inneren (5) Sinne, mein Tun (5) die Elements (5)&#8230; All dies ist systematisiert in den 25 Tattvas. Wenn ich nun zu den 25 Grundtattvas die 11 Tantra Tattvas (5 Shiva, 5 Shakti, und die Welt der Illusion (1) hinzunehme, also 36 Tattvas, dann kommen Natur, Shiva, Zeit und Raum etc. hinzu. Ich steige also etwas tiefer in Tantra ein. Ich werde wohl weiter vor meiner T\u00fcr auf und ab laufen und meinen Nachbarn den Kopf sch\u00fctteln lassen.<\/p>\n<p>OM<\/p>\n<p>Hier ist der <a href=\"https:\/\/www.saivism.net\/articles\/tattvas.asp\">Link zu den Tantra Tattvas<\/a><\/p>\n<p>Hier zu den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tattva\">Grundtattvas<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor meiner T\u00fcr ist ein weicher roter Sandboden. Er wird mehrmals die Woche mit einem B\u00fcndel von Palmenbl\u00e4ttern gefegt und sieht wundersch\u00f6n aus. Ich denke immer noch \u00fcber den gleichen Tempel in Irumbai nach. Seine Geschichte wird immer komplexer, und so tauche ich nun in die Tantraphilosophie ein. 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