{"id":4712,"date":"2024-03-20T23:16:32","date_gmt":"2024-03-20T17:46:32","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=4712"},"modified":"2024-03-21T11:29:58","modified_gmt":"2024-03-21T05:59:58","slug":"oberflaechlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/oberflaechlichkeit\/","title":{"rendered":"Oberfl\u00e4chlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Ich dringe langsam etwas tiefer ein in die Oberfl\u00e4chlichkeit. Begriffe, die ich aus verschiedenen Wissenssystemen wie den Vedas, Agamas, Shastras aufgenommen habe, verbinden sich langsam. Ich sehe grobe Wurzelsysteme. Z.B. wie die 5 Elemente (Wasser, Feuer, Erde, \u00c4ther und Luft) als Ausgangspunkt in den Lehren des Vedas sich in Vastu oder Ayurveda weiterentwickeln, also in den Raum und den K\u00f6rper. Ich sehe, wie sich im Tempel verschiedene Wissenssysteme verschr\u00e4nken und sich das in zeitgen\u00f6ssischer Kunstpraxis auch heute noch niederschl\u00e4gt. Und es wird deutlich, wie die Auslegung und Aneignung dieser Wissenssysteme hochpolitisch ist. Dieses Wissen wurde kolonialisiert und wird nun an den Universit\u00e4ten auf seine Kolonialisierung hin kritisch hinterfragt. Es ist aber auch noch aktiv in vielen Ashrams und Gurukuls, oftmals mit viel Stolz und dem Verweis, die Tradition wiederzubeleben.<\/p>\n<p>Den Ideen Deleuze folgend, habe ich verschiedene Konzept rhizomatisch verbunden, Plateaus besucht, mein Zuhause verlassen und Teile meines Selbst sich deterritorialiseren lassen. Ein \u201abody without ogans\u2018 ist zum Vorschein getreten, Fluglinien des Geistes haben sich formiert. Die Ebene der Immanenz hat sich ge\u00f6ffnet, gefaltet, ihre Einschl\u00fcsse haben f\u00fcr mich neue Welten ge\u00f6ffnet, die sich jetzt langsam mit der Realit\u00e4t und dem Alltag abgeglichen.<\/p>\n<p>Das ist ein schmerzlicher Prozess. Die naive Welt des Staunens und der leichten Faszination, der Honeymoon der spirituellen Erkundung kommt zu einer ersten Z\u00e4sur. Diese Oberfl\u00e4chlichkeit, also das Verkn\u00fcpfen in der Immanenz ist ein aktives Erkunden, ein Denken im Sinne der Erweiterung. Ich habe es verkn\u00fcpft mit einer Verinnerlichung, einem Nachsp\u00fcren in Meditation, spiritueller Praxis, Tempelbesuchen, Ausstellungen, \u201aFolklore\u2018, Lerngruppen und Gespr\u00e4chen.<\/p>\n<p>Nun war ich in einem 4 Tage in einem Intensivkurs zu Vastu (Architektur). Didaktisch war der gut aufgebaut: langsam einf\u00fchrend in die Gedankenwelt die sich aus den Vedas ableitet, hin zu Grundkonzepten des Raums, der Vibration, der Geometrie, Kosmologie, Energie. Immer wieder schimmerten die Upanischaden durch. Wir praktizierten Puja und einen Tempelbesuch \u2013 und schlie\u00dflich bis zu praktischen Anwendungen in Architekturpl\u00e4nen.<\/p>\n<p>Die Aufgaben sind nun viel schwieriger. Die reine Resonanz und Assoziation will auf ihre Legitimit\u00e4t hin \u00fcberpr\u00fcft werden. Und hier stellt sich nun die Frage nach dem Kriterium. Woran soll sich das Wissen messen lassen. Ich diskutiere das mit meinem Lehrer anhand von Hegel und der Taittiriya Upanischade, aber auch in der postmodernen Reflexion. Dieses oszillierende Denken entgleitet aber dem systematischen Zugriff. Wie soll es sich also ausdr\u00fccken? In den letzten Monaten hat sich f\u00fcr mich viel durch pers\u00f6nliche Erfahrung verdichtet. Ich habe Briefe geschrieben, die der inneren Bewegung gefolgt sind, die sich zu etwas hingezogen f\u00fchlt. Und ich habe Wissen visualisiert und ausgestellt, als Ausgangspunkt von Fragen: ein Diagramm eines Tempels ausgestellt in einem Gurukul das trantische Rituale praktiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich dringe langsam etwas tiefer ein in die Oberfl\u00e4chlichkeit. 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