{"id":2096,"date":"2022-10-18T18:47:49","date_gmt":"2022-10-18T14:47:49","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=2096"},"modified":"2025-08-10T15:33:33","modified_gmt":"2025-08-10T10:03:33","slug":"om-chor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/om-chor\/","title":{"rendered":"OM Chor"},"content":{"rendered":"<p>Heute war ich in einer Chorstunde. Was da passiert ist, war eine sehr intensive gemeinsame Erfahrung. Ich versuche das mal so sachlich wie m\u00f6glich zu beschreiben. Wir (ca. 60 Teilnehmende) haben mit Atem\u00fcbungen angefangen, die Stimmb\u00e4nder \u201aaufgew\u00e4rmt\u2018, vierstimmige Akkorde angestimmt und die Tonh\u00f6he skaliert. Der Chorleiter hat uns darauf hingewiesen, dass wir nicht zuf\u00e4llig hier seien. In Auroville seien wir, weil uns etwas hierhin gezogen hat. Ich denke die meisten im Raum haben verstanden, was er meinte, f\u00fcr andere mag das etwas schwer nachvollziehbar sein. Es ist ein bisschen so wie wenn wir an etwas Gefallen finden, das anderen nicht gef\u00e4llt. Viele k\u00f6nnen das gar nicht nachvollziehen, einige begegnen dem mit Toleranz und nur ganz wenige k\u00f6nnen sich so in den anderen hineinversetzen, dass das andere Gefallen nachvollziehbar wird. Doch eigentlich ist es nur dann verst\u00e4ndlich, wenn wir das Gefallen teilen.<\/p>\n<p>Es gab also einen gewissen Konsens: Wir alle sind irgendwie nach Auroville gekommen, weil wir eben hier sein wollen. Viele teilen eine spirituelle Offenheit.<\/p>\n<h2>OM<\/h2>\n<p>Der Chorleiter also erinnerte uns daran. Nachdem wir nun die Stimme aufgew\u00e4rmt haben, das Zwerchfell und den Bauchmuskel entdeckt und die Grundprinzipien der Atemtechnik ausprobiert haben, und uns daran erinnert haben, warum wir da sind, begann der eigentliche Teil. OM im Chor singen, dreimal sitzend und einmal stehend. Die Anleitung? Das eigene Ich drau\u00dfen lassen, sich nicht peinlich ber\u00fchrt f\u00fchlen, eine kurze Zeit gemeinsam in Stille sitzen (ca. 1 Minute) und darauf warten, dass jemand mit einem Ton anf\u00e4ngt. Was sich daraus entwickelt hat, war unbeschreiblich. Eine komplexe Harmonik, mit mikrotonalen Verschiebungen, die immer wieder polyphones Umkreisen von Harmoniezentren zulie\u00df. Es war ein gemeinsames Singen, das zu EINER hochkomplexen Stimme verschmolz. Es war zutiefst meditativ, und gleichzeitig aktivierend.<\/p>\n<p>Die spirituellen Obert\u00f6ne dieses Singens sind der Gedanke, dass wir alle dasselbe sind, und diese Einheit des Seins im Sinne der Upanischaden manifestiert sich im Brahman. Weiter hoch die Obertonleiter der Spiritualit\u00e4t, das Erklingen einer Musik, die es vorher noch nicht gab, keine Komposition, keine individuelle oder kollektive Improvisation, sondern ein Klang, der die Teilnehmenden nur als Medium verwendet. Der Klang selbst, die Klangwellen, so noch weiter hoch die spirituelle Obertonleiter, ist eine Harmonie, die sich auch in Texten bei Sri Aurobindo f\u00e4nde. Sp\u00e4testens hier f\u00e4llt es mir dann auch schwer, da noch nachzukommen. Aber wer wei\u00df, vielleicht ist das ein Atman des Brahman, ein Avatar, der hier spricht, das Supramental, das sich manifestiert. Wieso eigentlich nicht? Besser als die Vorstellung, dass das Geld die Welt regiert, ist das allemal \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute war ich in einer Chorstunde. Was da passiert ist, war eine sehr intensive gemeinsame Erfahrung. Ich versuche das mal so sachlich wie m\u00f6glich zu beschreiben. Wir (ca. 60 Teilnehmende) haben mit Atem\u00fcbungen angefangen, die Stimmb\u00e4nder \u201aaufgew\u00e4rmt\u2018, vierstimmige Akkorde angestimmt und die Tonh\u00f6he skaliert. 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