{"id":2085,"date":"2022-10-12T08:34:28","date_gmt":"2022-10-12T04:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=2085"},"modified":"2022-10-19T17:07:10","modified_gmt":"2022-10-19T13:07:10","slug":"tempelbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/tempelbau\/","title":{"rendered":"Tempelbau"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe neulich einen jungen Inder hier kennengelernt. Er kommt aus Delhi und f\u00fcr ihn ist S\u00fcdindien auch eine fremde Welt, wenn auch nicht so fremd wie f\u00fcr mich. Er spricht kein Tamil und ist in seiner Spiritualit\u00e4t auch etwas abgekl\u00e4rter oder aufgekl\u00e4rter, wie man vielleicht sagen w\u00fcrde. Ich traf ihn auf der Stra\u00dfe wieder und wir sind zu der Nachmittagsschule <a href=\"https:\/\/thamarai.org\/\">Thamarai<\/a> am Rand von Auroville gefahren, die ein Nachmittagsprogramm in einem Dorf anbietet, das viele soziale Spannungen in sich tr\u00e4gt. Das war spannend, ich werde versuchen das zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Danach fragte er mich, ob ich den Tempel sehen m\u00f6chte, von dem er mir erz\u00e4hlt h\u00e4tte. Er hilft ihn zu bauen und der Priester sei ein Wahrsager. Es war um die Ecke, auf dem St\u00fcck Land, das die Familie gekauft und gerade an dem Tag \u2013 nach 14 Jahren \u2013 offiziell die Dokumente vom lokalen Gericht bekommen hatte. Seit 14 Jahren baut die Familie einen Tempel. Offizielle Unterst\u00fctzung oder Spendengelder wollen sie nicht, selbst haben sie fast gar nichts. Die Lebensbedingungen sind bitter arm, ein Unterstand dient als Wohnraum, der wird mit den Tieren geteilt, T\u00fcren und Fenster gibt es nicht, ein Gaskocher und K\u00fchlschrankschrank zeugen von der Moderne.<\/p>\n<h2>Das Land<\/h2>\n<p>Auf diesem St\u00fcck Land in <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/SLDsJtHre4FB4mHq8\">Alankuppam<\/a> leben ca. 15 K\u00fche, die sie selbst aufgezogen haben, ausgehen von zwei K\u00fchen, die ihr Land besucht haben und mit der Hilfe der Familie sich pr\u00e4chtig vermehren, dazu 9 Hunde, 40 <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/ceKg3PKwuESN883p8\">Papageien<\/a>, die in einem gro\u00dfen begehbaren Verschlag nur dazu da sind, Besuchern Gelegenheit zu geben mit den V\u00f6geln zu interagieren \u2013 dazu G\u00e4nse, Truth\u00e4hne, H\u00fchner. Zur Feier des Tages wurde uns frische gekochte Kuhmilch angeboten, die von einer Kuh stammt, die gerade vor 5 Tagen ein Kalb geboren hatte. Diese Milch, so sagten sie, sei etwas ganz Besonderes.<\/p>\n<p>Das Zentrum des Tempels ist fertig, der Affengott ist aber noch nicht eingezogen, er lebt dar\u00fcber hinaus in einem winzigen Verschlag daneben. Wir empfingen die Segnung dort. Der Tropfen Wasser, den ich trinken sollte, kam mir sehr suspekt vor, ich habe ihn aber gut vertragen. Auf dem Gel\u00e4nde liegen acht S\u00e4ulen, die aus einem sehr reinen wei\u00dfen Stein, mit einer gleichm\u00e4\u00dfigen Verteilung kleiner schwarzer Punkte in der Gr\u00f6\u00dfe von Samenk\u00f6rnern durchzogen ist. Da es keine Wellenmuster oder \u00c4hnliches gibt, gilt dieser Stein als besonders rein und kraftvoll. 700 Kilometer sind sie gefahren, um den Stein zu holen. Nun muss noch ein Bildhauer aus <a href=\"https:\/\/www.worldhistory.org\/Mahabalipuram\/\">Mahabalipuram<\/a> kommen und die Figuren mei\u00dfeln. Die 7 Chakras werden am Fu\u00dfe von sieben S\u00e4ulen sein, dar\u00fcber Figuren aus der Mythologie.<\/p>\n<p>Der Tempel soll 2000 Jahre stehen, nicht so wie die vielen schnell gebauten Tempel aus Beton und Gips.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe neulich einen jungen Inder hier kennengelernt. Er kommt aus Delhi und f\u00fcr ihn ist S\u00fcdindien auch eine fremde Welt, wenn auch nicht so fremd wie f\u00fcr mich. Er spricht kein Tamil und ist in seiner Spiritualit\u00e4t auch etwas abgekl\u00e4rter oder aufgekl\u00e4rter, wie man vielleicht sagen w\u00fcrde. 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