{"id":1523,"date":"2022-08-15T17:24:53","date_gmt":"2022-08-15T17:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=1523"},"modified":"2025-08-24T08:06:44","modified_gmt":"2025-08-24T02:36:44","slug":"wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wald\/","title":{"rendered":"Wald"},"content":{"rendered":"<p>Der Wald ist ein wundervolles Habitat. Neulich h\u00f6rte ich eine kleine Geschichte von einem Mann, der, immer wenn er den Wald betrat, eine Melodie pfiff. Die Tiere erkannten ihn nach einiger Zeit daran und akzeptierten seine Anwesenheit. Sie liefen nicht mehr weg, gr\u00fc\u00dften manchmal sogar. Wir sehen den Wald meist gar nicht wie er ist, weil wir ihn oft st\u00f6ren. Heute war ich im Wald. Statt wie sonst spazieren zu gehen, habe ich ein wenig meditiert, und dann einen kleinen Mittagsschlaf auf dem Waldboden gehalten. Es ist trocken hier, so trocken, dass es kaum Ameisen gibt, der Boden ist weich, die Luft nach dem kurzen Regen gestern klar. Im Schatten ist es k\u00fchl, die Lichtstreifen angenehm. Die B\u00e4ume wandern nicht, sie sind in ihrem Sein verwurzelt. Sie sind nicht rastlos. Im Kollektiv wachsen sie anders, als wenn sie frei stehen. Als kollektiv nehmen sie aufeinander R\u00fccksicht, geben sich gegenseitig Raum, das sieht man im Kronendach, an den Zweigen und dem Abstand und im Wurzelreich. Im Wurzelreich gibt es eine Art Altruismus. Gro\u00dfe B\u00e4ume helfen kleinen beim Wachsen, da die kleinen noch nicht das Licht in den Kronen teilen. Ein Baum als Teil eines Waldes ist in Kommunikation. Durch Duftbotenstoffe scheinen B\u00e4ume miteinander zu kommunizieren. In der Gesellschaft von B\u00e4umen werde ich ruhig. Leben ist m\u00f6glich, ohne herumzurennen.<\/p>\n<p>Im Wald zu schlafen hat etwas unglaublich Beruhigendes, Zeitloses, Verbundenes. Im Wald finden wir Rhizome: gleichartige Pflanzen, die sich verbinden, aber auch unterschiedliche Pflanzen, die sich verbinden. Gilles Deleuze benutzte das Rhizom nicht blo\u00df als eine Denkmetapher, sondern dachte als Teil eines Rhizoms. Als ein Philosoph der Immanenz, geschult durch Spinoza, ist er ein schwer zu fassender, materialistisch, nicht-reduktionistisch kreativer Geist, den ich in Indien lesen m\u00f6chte. Mein Verdacht ist, dass seine Philosophie mit der Spiritualit\u00e4t Indiens, der hinduistischen Komplexit\u00e4t und dem Philosophieren im Wald der Upanischaden resoniert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wald ist ein wundervolles Habitat. Neulich h\u00f6rte ich eine kleine Geschichte von einem Mann, der, immer wenn er den Wald betrat, eine Melodie pfiff. Die Tiere erkannten ihn nach einiger Zeit daran und akzeptierten seine Anwesenheit. Sie liefen nicht mehr weg, gr\u00fc\u00dften manchmal sogar. 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