{"id":1378,"date":"2022-08-10T08:30:24","date_gmt":"2022-08-10T08:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/?p=1378"},"modified":"2025-08-10T15:03:02","modified_gmt":"2025-08-10T09:33:02","slug":"imagination","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/imagination\/","title":{"rendered":"Imagination"},"content":{"rendered":"<p>In der Kena Upanischade wird beschrieben, wie das Selbst als solches nicht existiert. Wer sieht im Sehen, wer h\u00f6rt im H\u00f6ren? Dies ist nicht beantwortbar. In der christlichen Tradition ist hierzu eine Selbst konstruiert worden. Ich sehe, ich h\u00f6re, cogito ergo sum, imago ergo sum&#8230;. Was soll das sein, dieses cogito (Ich denke), das imago (ich stelle mir vor)? Jenes Ich, das Identit\u00e4t stiftet, Verantwortung besitzt, handelt und interagiert.<\/p>\n<p>Dass sich das Denken, wenn es sich seiner bewusst ist, einen Bezugspunkt braucht, scheint klar. Ich schreibe dies, du liest dies&#8230; Dieser Bezugspunkt ist jedoch ein Bewusstsein, das das Selbst erst konstituiert, als Illusion. Das Bewusstsein zu erkennen und das Selbst zu \u00fcberwinden, ist zentraler Kern \u00f6stlicher Meditation. Der Fokus auf das Hier und Jetzt, die Sinneseindr\u00fccke wahrnehmen und als solche begreifen, all das ist zentraler Teil spiritueller Praxis. Woher jedoch kommt die Vorstellungskraft? Wieso kann ich Erinnerungen heraufbeschw\u00f6ren, von ihnen eingeholt werden? Welche Kraft ist es, die das Denken steuert, kreativ Neues hervorbringt?<\/p>\n<p>Dieses umtriebige Selbst zur Ruhe zu bringen, ist der erste Schritt zur Seligkeit, ein Schritt ins Nirwana. Und doch ist es dieses Selbst, das uns mit andern zusammen sein l\u00e4sst, das uns ein Bewusstsein davon gibt, dass es ein Bewusstsein au\u00dferhalb unseres Selbst erst gibt.<\/p>\n<h2>Stufen des Bewusstseins<\/h2>\n<p>Bewusstsein ist allgemein, das hei\u00dft, es existiert als solches in der Welt. Wir haben daran teil. Unbewusst k\u00f6nnen wir daran teilhaben, selbstlos und kontemplativ, agierend und interagierend. Ein Selbst kann konstituiert werden, das aber nicht seiner selbst bewusst ist, sondern Bezugspunkt dessen ist. Wachsen kann es, \u00fcber sich selbst hinaus. Bewusstsein kann transzendieren, sich aufl\u00f6sen und eintauchen, verschmelzen und sich einf\u00fchlen. Bewusstsein reist in der Welt der Sinneseindr\u00fccke, der Erinnerungen und Vorstellungen. Es verkn\u00fcpft und zerf\u00e4llt. Wenn wir schlafen, wo ist es dann? Wer oder was tr\u00e4umt? In einer Dissoziation, einer Schizophrenie oder einer Wahnvorstellung ist das Bewusstsein zerrissen?<\/p>\n<p>In der Kontemplation ist das Bewusstsein das Andere, in der Transzendenz ist es Ruhepunkt der Klarheit. Im Wollen ist es Agent und in der Interaktion Selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Kena Upanischade wird beschrieben, wie das Selbst als solches nicht existiert. Wer sieht im Sehen, wer h\u00f6rt im H\u00f6ren? Dies ist nicht beantwortbar. In der christlichen Tradition ist hierzu eine Selbst konstruiert worden. Ich sehe, ich h\u00f6re, cogito ergo sum, imago ergo sum&#8230;. Was soll das sein, dieses cogito (Ich denke), das imago [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":694,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":0,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","footnotes":""},"categories":[2,253,376],"tags":[28,35,16,57,135,43],"class_list":["post-1378","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bewusstsein","category-kiss-goodbye","category-upanischaden","tag-denken","tag-ich","tag-identitaet","tag-jetzt","tag-selbst","tag-wachsen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1378","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1378"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1378\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5145,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1378\/revisions\/5145"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1378"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1378"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/readingdeleuzeinindia.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}